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Tenorhorn stimmen

Das Tenorhorn liest im Violinschlüssel wie ein Flügelhorn und klingt eine Oktave tiefer als eines — zusammen eine große None unter dem Notenbild. Wer das einmal umgerechnet hat, hört auf, sich über das Stimmgerät zu wundern.

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Pano Tuner

Tippe auf „Jetzt stimmen“ und erlaube den Mikrofonzugriff — der Ton wird auf deinem Gerät analysiert und verlässt es nie. Kein Mikrofon? Du kannst auch Referenztöne für jede Note abspielen.

Eine große None unter dem Notenbild

Das Tenorhorn steht in B und wird im Violinschlüssel transponierend notiert — genau wie ein Flügelhorn, nur eine Oktave tiefer klingend. Beides zusammen ergibt den Abstand, über den sich jeder wundert: Ein geschriebenes klingt als B, eine große None unter dem, was auf dem Blatt steht.

Der praktische Nutzen dieser Notation ist es wert, verstanden zu werden, denn sie wirkt zunächst willkürlich: Sie erlaubt es, im Register zu wechseln, ohne neue Griffe zu lernen. Wer Flügelhorn spielt, kann ein Tenorhorn in die Hand nehmen und dieselbe Stimme mit denselben Fingern spielen — es kommt nur eine Oktave tiefer heraus. In der Blasmusik, wo Besetzungen wechseln und ausgeholfen wird, ist das kein akademisches Detail.

AusprobierenReferenztöne fürs Tenorhorn

Die zweite Registerkarte stellt Notenbild und Klang direkt gegenüber. Die dritte zeigt, was der gleiche Griff auf Flügelhorn und Tenorhorn ergibt — dieselbe Stimme, eine Oktave Abstand.

AnsageDu spielst (notiert)Anzeige
Klingend BA♯/B · 116,54 Hz
Klingend FF · 87,31 Hz
Klingend EsD♯/E♭ · 77,78 Hz
Klingend bA♯/B · 233,08 Hz

Tenorhorn, Bariton, Euphonium

Diese drei Namen bezeichnen im deutschsprachigen Raum drei verschiedene Instrumente, während das Englische sie weitgehend zusammenwirft. Alle drei stehen in B, alle drei haben dieselbe Rohrlänge, und der Unterschied liegt in Mensur und Bauform:

  • Tenorhorn — die engste Mensur, meist ovale Bauform mit Drehventilen. Heller und klarer im Ton, trägt in der Blasmusik oft die Melodie.
  • Bariton — weiter als das Tenorhorn, ebenfalls oval gebaut. Weicher und voller, dabei durchsetzungsfähiger als das Euphonium.
  • Euphonium — die weiteste Mensur, aufrecht gebaut, meist mit Périnet-Ventilen. Der dunkelste und rundeste Klang der drei; im sinfonischen Blasorchester das Soloinstrument der Tenorlage.

Fürs Stimmen macht das keinen Unterschied: Hauptzug, warm gespielt, Stimmton in normaler Lautstärke. Für die Noten schon — Tenorhorn wird im Violinschlüssel transponierend notiert, während Bariton und Euphonium häufig im Bassschlüssel klingend notiert werden. Wer beides spielt, muss vor dem Blick aufs Stimmgerät wissen, welche Art Stimme auf dem Pult liegt.

B-Notation und C-Notation

In der deutschsprachigen Blasmusik existieren zwei Notationsformen nebeneinander, und für ein Tenorhorn ist der Unterschied kein Detail. Die B-Notation ist die transponierende Stimme im Violinschlüssel, die dieser Seite zugrunde liegt. Die C-Notation notiert klingend und wird vor allem in Posaunenchören verwendet; sie liegt einen Ganzton tiefer als die B-Stimme derselben Musik.

Wer von einer Notation in die andere wechselt, spielt ohne Umrechnung konsequent einen Ganzton daneben — und das Stimmgerät kann diesen Fehler nicht sehen, weil jeder einzelne Ton für sich sauber ist. Bevor du ein fremdes Notenmaterial aufs Pult legst, lohnt sich die Frage, aus welcher Welt es kommt.

Der Hauptzug, und wann er gesetzt wird

  1. Erst einspielen. Ein paar Minuten in der Mittellage. Kaltes Blech steht zu tief und steigt beim Warmspielen — wer kalt stimmt, steht später zu hoch.
  2. Wasser ablassen, aus Haupt- und Ventilzügen. Kondenswasser verändert Tonhöhe und Ansprache und ist der häufigste Grund, warum ein sauber gestimmtes Instrument plötzlich seltsam liest.
  3. Stimmton in normaler Dynamik. Nicht anschwellen: Blech wird lauter auch höher, und ein gedrückter Stimmton bedeutet, dass du im Stück zu tief stehst.
  4. Den Hauptzug bewegen, nicht die Lippen. Wer beim Stimmen ziehen muss, hat den Zug an der falschen Stelle und schleppt die Korrektur durch jeden weiteren Ton mit.
  5. Nach dem ersten Stück nachstimmen. Ein voller Saal ist wärmer als ein leerer, und im Freien ändert sich alles ohnehin ständig.

Was die Anzeige nicht kann

Sie misst gleichstufig gegen eine feste Referenz — richtig für den Hauptzug und für die Eigenheiten deines Instruments. Sie ist das falsche Werkzeug für das, was ein Tenorhorn die meiste Zeit tut: im Satz die Mittelstimme halten. Ein Akkord rastet ein, wenn seine Terz rund 14 Cent unter dem gleichstufigen Wert liegt, und wer dort stur die Nadel zentriert, verhindert genau das. Unser Leitfaden zu Cent (englisch) erklärt, warum beide Antworten stimmen. Im selben Register: Flügelhorn, Euphonium und Tuba.

Häufige Fragen

Warum klingt mein Tenorhorn eine große None tiefer als notiert?

Weil zwei Dinge zusammenkommen. Das Instrument steht in B, also klingt ein geschriebenes c um eine große Sekunde tiefer als b — so weit wie beim Flügelhorn. Dazu liegt das Tenorhorn eine ganze Oktave tiefer als ein Flügelhorn. Große Sekunde plus Oktave ergibt die große None. Der Sinn dahinter ist praktisch: Flügelhorn und Tenorhorn haben dieselben Griffe für dieselben geschriebenen Töne, sodass man das Register wechseln kann, ohne neu zu lernen.

Was ist der Unterschied zwischen Tenorhorn, Bariton und Euphonium?

Mensur und Bauform, nicht die Stimmung — alle drei stehen in B und haben dieselbe Rohrlänge. Das Tenorhorn hat die engste Mensur, ist meist oval mit Drehventilen gebaut und klingt heller. Das Bariton ist weiter, ebenfalls oval, und klingt voller. Das Euphonium hat die weiteste Mensur, wird aufrecht mit Périnet-Ventilen gebaut und klingt am dunkelsten. Fürs Stimmen ist das gleichgültig; für die Noten nicht, denn Tenorhorn liest meist Violinschlüssel transponierend, Bariton und Euphonium oft Bassschlüssel klingend.

Meine Stimme steht im Bassschlüssel — stimmt da noch alles?

Dann hast du vermutlich eine klingend notierte Stimme vor dir, und die Transposition entfällt: Was dort steht, zeigt das Stimmgerät. Das ist im deutschsprachigen Raum für Bariton- und Euphoniumstimmen üblich, und viele Tenorhornspieler bekommen im Lauf ihres Lebens beides auf das Pult gelegt. Vor dem ersten Ton also den Schlüssel prüfen: Bassschlüssel heißt in aller Regel klingend, Violinschlüssel in der Blasmusik heißt transponierend in B.

Was hat es mit B-Notation und C-Notation auf sich?

Es sind zwei nebeneinander bestehende Notationssysteme der deutschsprachigen Blasmusik. Die B-Notation ist die transponierende Violinschlüsselstimme, mit der Tenorhörner üblicherweise arbeiten. Die C-Notation notiert klingend und ist vor allem in Posaunenchören verbreitet; dieselbe Musik steht dort einen Ganzton tiefer als in der B-Stimme. Wer unbemerkt zwischen beiden wechselt, spielt konsequent einen Ganzton daneben — und das Stimmgerät merkt es nicht, weil jeder einzelne Ton für sich sauber ist.

Vor oder nach dem Einspielen stimmen?

Danach. Die Tonhöhe folgt der Temperatur der Luftsäule: kalt zu tief, warm höher. Ein Instrument, das direkt aus dem Kasten gestimmt wird, steht nach zwanzig Minuten zu hoch — und im Festzelt oder beim Umzug ändert sich die Temperatur ohnehin ständig. Einspielen, Wasser ablassen, stimmen, und nach dem ersten Stück noch einmal nachsehen. Wenn eine Kapelle im Lauf des Programms auseinanderläuft, ist das fast immer der Grund.

Lieber die große Skala im Vollbild?

Dasselbe Stimmgerät läuft auch im Vollbild — praktisch auf dem Notenständer, und es merkt sich deine Einstellungen.

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