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Pikkoloflöte stimmen

Die Pikkoloflöte klingt eine Oktave über dem Notierten — eine Anzeige, die d³ meldet, während in den Noten d² steht, hat also recht. Ansonsten ist sie eine Flöte mit halbierten Toleranzen: derselbe Millimeter am Kopfstück, der bei der Flöte schiebt, reißt hier.

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Die Oktave, die die Anzeige falsch aussehen lässt

Vor allem anderen über Kopfstücke und Korken: Die Pikkoloflöte klingt eine Oktave höher, als sie notiert ist. In deinen Noten steht a¹, aus dem Instrument kommt a² mit 880 Hz. Die Anzeige benennt, was in der Luft ist, das Notenblatt, was unter den Fingern liegt — beide sagen die Wahrheit.

Damit erklären sich die meisten verwirrten ersten Ablesungen, und das Erkennungszeichen ist, dass der Unterschied genau eine Oktave beträgt und nicht irgendein krummer Betrag. Wer damit rechnet, für den wird die Oktavziffer auf der Anzeige zur nützlichen Information: Sie sagt dir, in welchem Register du tatsächlich bist.

AusprobierenReferenztöne für Pikkoloflöte

Die erste Registerkarte stellt notierte Töne neben ihren Klang. Die zweite zeigt, wo gestimmt wird — in der Mitte, nicht oben. Die dritte geht durch den Umfang, samt der hohen Lage, die auf praktisch jedem Instrument zu hoch steht.

Eine Flöte mit halbierten Toleranzen

Mechanisch ist die Pikkoloflöte eine Flöte: gleiche Griffe, gleiche Korrektur am Kopfstück, gleiche Physik. Was sich ändert, ist der Maßstab. Das Instrument ist etwa halb so lang, also ist derselbe Millimeter am Kopfstück die doppelte Korrektur.

Flötistinnen und Flötisten, die aufs Pikkolo wechseln, schießen fast immer über genau aus diesem Grund. Bei der Flöte sind ein paar Millimeter eine normale Justage. Bei der Pikkoloflöte sind ein paar Millimeter enorm — ein bis zwei decken fast alles ab, was du je brauchst, und darüber hinaus machst du das Instrument nicht mehr tiefer, sondern ziehst seine Oktaven auseinander, weil das Herausziehen nur den oberen Teil der Bohrung verlängert und nicht das ganze Rohr proportional.

  • Zu hoch? Kopfstück herausziehen. Ein wenig.
  • Zu tief? Hineinschieben. Ein wenig.
  • Mehr als ein paar Millimeter nötig? Dann liegt es woanders — das Instrument ist kalt, oder der Ansatz macht etwas, das das Kopfstück nicht ausbügeln soll.

Der Kork, den kaum jemand prüft

Im Kopfstück, oberhalb des Mundlochs, sitzt ein Korkstopfen. Er bestimmt nicht die Gesamttonhöhe — das ist Sache des Kopfstücks —, sondern das Verhältnis der Oktaven zueinander.

Bei der Flöte ist das eine Feinjustage, die die meisten nie anfassen. Bei der Pikkoloflöte wiegt sie deutlich schwerer, und bei konisch gebohrten Instrumenten ist sie entscheidend: Wenn deine Oktaven partout nicht zusammenpassen wollen, egal wo das Kopfstück steht — untere Lage sauber, obere hartnäckig zu hoch oder umgekehrt —, dann ist die Korkposition der erste Verdächtige und nicht der letzte.

Geprüft wird mit der Markierung am Wischstab: hineinstecken, und die Linie soll mittig im Mundloch stehen. Tut sie das nicht, ist der Kork gewandert, was mit Temperatur und Alter allmählich passiert. Das ist eine legitime Einstellung — aber eine, die man bewusst und einmal macht und nicht als Jagd auf eine Ablesung, die eigentlich der Luft gehört.

Die Stimmroutine

  1. Richtig anwärmen. Die Pikkoloflöte erreicht Spieltemperatur schnell und ist klein genug, dass der Unterschied zwischen kalt und warm verblüfft. Warme Luft hindurchblasen, bevor du irgendetwas stimmst.
  2. Kammerton einstellen — 440 Hz international, in vielen deutschen und österreichischen Orchestern 442 Hz. Bei einem so empfindlichen Instrument sind 8 Cent kein Rundungsfehler.
  3. Klingend a² in normaler Dynamik spielen. Mitte des Umfangs, gewöhnliche Lautstärke, ohne Anschwellen.
  4. Das Kopfstück um höchstens einen Millimeter bewegen, dann neu prüfen. Widersteh der flötengroßen Geste.
  5. Eine Oktave gegenprüfen. Stimmton spielen, dann denselben Ton eine Oktave höher. Weichen sie ab, obwohl das Kopfstück sitzt, redet der Kork und nicht das Kopfstück.
  6. Mit einer Phrase abschließen, nicht mit einem Halteton. Ein langer Ton sagt, wo das Instrument steht; eine echte Linie sagt, wohin dein Atem es bringt.

Was die Anzeige nicht entscheiden kann

Sie erledigt zwei Aufgaben: das Kopfstück gegen eine feste Referenz setzen und dir die Eigenheiten deines Instruments zeigen. Beim Dritten hilft sie nicht — und das ist genau das, wonach Pikkolospielerinnen am häufigsten gefragt werden: oben auf einem Klangkörper zu sitzen.

Die Pikkoloflöte ist meist die höchste Stimme im Raum und damit die am stärksten exponierte: Dieselben paar Cent, die in einem Hornsatz verschwinden, sind dort oben klar hörbar. Häufig verdoppelt sie außerdem eine Flöte eine Oktave tiefer, und diese Oktave muss weit genauer stimmen, als beide es gegenüber einem Gerät müssten. Erst einrichten, dann auf die Oktave hören, die du verdoppelst — unser Leitfaden zu Cent (englisch) erklärt, warum eine perfekt zentrierte Anzeige und eine perfekt eingerastete Oktave nicht immer dasselbe sind. Nebenan liegt die Blockflöte, das andere kleine Instrument mit einem Oktavproblem.

Häufige Fragen

Warum zeigt das Stimmgerät einen Ton eine Oktave über meinen Noten?

Weil die Pikkoloflöte genau das tut. Sie ist in dem engen Sinn ein transponierendes Instrument: gleiche Notennamen wie die Flöte, klingend eine Oktave höher. Steht in deiner Stimme d², kommt d³ aus dem Instrument, und die Anzeige benennt, was tatsächlich in der Luft ist. Da ist nichts falsch und nichts einzustellen. Liegt die Anzeige genau eine Oktave neben deiner Erwartung, arbeitet das Instrument korrekt.

Wie weit darf ich das Kopfstück herausziehen?

Sehr viel weniger als bei der Flöte, weil derselbe Millimeter ein viel größerer Anteil eines viel kürzeren Instruments ist. Auf der Pikkoloflöte sind Bewegungen, die sich fast zu klein anfühlen, die richtige Größenordnung — ein bis zwei Millimeter decken den brauchbaren Bereich ab, und wer wie eine Flötistin zieht, macht das Instrument nicht tiefer, sondern spreizt seine Oktaven. Wenig bewegen, Stimmton spielen, ablesen, wiederholen. Brauchst du mehr als ein paar Millimeter, liegt es an Temperatur oder Ansatz.

Was ist der Kork, und darf ich ihn anfassen?

Der Kork ist der Stopfen im Kopfstück oberhalb des Mundlochs, und seine Position bestimmt das Verhältnis der Oktaven zueinander, nicht die Gesamttonhöhe. Bei der Pikkoloflöte wiegt das schwerer als bei der Flöte, und bei konisch gebohrten Instrumenten ist es entscheidend: Wollen die Oktaven partout nicht zusammenpassen, egal wo das Kopfstück steht, ist der Kork der übliche Grund. Prüfen mit der Markierung am Wischstab, die mittig im Mundloch stehen soll. Eine echte Einstellung, aber bewusst und einmal vornehmen.

Warum ist meine Pikkoloflöte so hoch, wenn ich laut oder hoch spiele?

Beides ist normal und beides fällt bei diesem Instrument groß aus. Stärkeres Blasen hebt die Tonhöhe bei jedem Instrument der Flötenfamilie, und die Pikkoloflöte übertreibt es; die hohe Lage steht zusätzlich auf praktisch jedem je gebauten Instrument zu hoch. Die praktische Folge: Du kannst nicht auf einem lauten hohen Ton stimmen und erwarten, dass der Rest folgt — du stehst dann überall sonst zu tief. Stimm in der Mitte des Umfangs bei normaler Lautstärke und korrigiere die Höhe mit Luft und Ansatz.

Gibt es Pikkoloflöten in anderen Stimmungen?

Historisch ja, und eine begegnet einem noch: die Des-Pikkoloflöte, in älterer Blasmusik verbreitet, deren Stimmen einen Halbton neben dem Klingenden notiert sind. Praktisch alles, was heute gespielt wird, ist eine C-Pikkoloflöte, die eine Oktave über dem Notierten klingt — solange du nicht mit altem Notenmaterial arbeitest, kannst du von C ausgehen. Steht die Anzeige über den ganzen Umfang gleichmäßig genau einen Halbton neben deiner Erwartung, lohnt sich die Frage.

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